Auszug aus einem Vortrag bei Shai Tubali’s Stille-Retreat 2018

Wenn du morgens aufwachst und aufmerksam zuhörst, wirst du vielleicht feststellen, dass das Universum jeden Tag die gleiche Stimmung hat. Es ist nicht voll von Höhen und Tiefen, schlechten Tagen oder guten Tagen, es ist im Wesentlichen immer perfekt in Ordnung.

Außerdem kannst du etwas wirklich Interessantes am Universum erkennen – es kommt nirgendwo voran. Die allgemeine Erfahrung des Universums, des Lebens, ist nicht, dass alles mit einem klaren Ziel vorwärts marschiert. Es scheint keinen Zweck zu haben. Zumindest läuft es definitiv nicht nach einer riesigen, tickenden Uhr. Es altert nicht oder wird alt, auch wenn es, wie Wissenschaftler sagen, tatsächlich Milliarden von Jahren alt ist. Es wirkt immer frisch, energisch, intensiv und leidenschaftlich…aber es sieht nicht so aus, als würde es irgendwo hin rasen.

Allerdings haben wir Menschen etwas erfunden, das alles im Leben unserer Psyche und unseres Geistes, absolut kontrolliert. Es ist das, was wir Zeit nennen. Was meinen wir nun mit Zeit? Definitiv keine Uhr. Natürlich, wenn ich dich um 10 Uhr treffen will, stimmen wir uns alle auf die gleiche Zeit ein, um Verzögerungen zu vermeiden und konstruktiv mit der Struktur unseres Tages arbeiten zu können. Also machen wir Termine bei denen uns Zeit hilft zu orientieren, wann wir uns treffen wollen. Wir haben nicht gesagt: „Irgendwann im August werden wir da sein. Lass uns einfach unserem Gefühl folgen.“. Nein, wir sagten: „Dieses Datum und diese Stunde.“. Und du hast deinen Zeitplan überprüft und gesehen, dass du verfügbar bist. Es ist jedoch nicht diese Art von Zeit, die ein Problem darstellt.

Es ist auch wahr, dass jedes Jahr an unserem Geburtstag, unser chronologisches Alter ansteigt und mehr Zahlen aufweist. Dann denken wir: „Ich bin 40, ich bin 50, ich bin 60, ich bin 70“. Aber auch das ist nicht die Zeit, über die wir hier sprechen. Das ist nur etwas Technisches. Zeit als technische Tatsache ist keine Illusion, zumindest nicht als etwas, das für uns sehr nützlich ist, um uns zu einigen und darüber kommunizieren zu können.

Das Problem liegt ganz woanders. Es beginnt mit der Zeit in unseren Köpfen. Wir alle sind in einem mentalen und emotionalen Burnout. Nicht wegen dem, was wir den ganzen Tag über tun. Das ist dann immer eine Überraschung und wir denken: „Oh mein Gott, wenn ich nur in den Urlaub fahren könnte. Wenn ich nur weniger Aufgaben hätte, wenn ich nur mehr Spaß haben könnte“ – und so weiter. Dann schaffen wir Bilder von einem Urlaub, vom nichts tun, weil alles zu viel erscheint. Aber hier beginnt der Burnout nicht. Das Gefühl, erschöpft zu sein, alt und schwer, beladen und belastet zu werden, kommt nicht von dem, was wir tun. Du kannst noch viel mehr tun! Ja – du könntest mehr Aufgaben übernehmen, wenn dein Verstand zeitlos wäre. Frei von Zeit. Zeitlos bedeutet, ohne ein Gefühl von Zeit zu sein. Das Gefühl der Zeit erschöpft uns enorm. Es macht uns auch von innen heraus alt und lässt uns glauben, dass wir altern.

Also ist die Zeit im Grunde genommen eher das Gefühl der Eile, des Vorankommens und des Fortschritts. Es ist, als ob wir immer glauben oder annehmen, dass wir irgendwo hinlaufen, um mehr zu werden oder mehr zu haben. Wir verbessern uns ständig und alles wird immer besser werden, wenn wir uns nur mehr anstrengen und uns nur mehr bewegen. Wenn wir nur kämpfen würden, würde der Tag der Ruhe kommen. Wenn wir uns nur mehr anstrengen würden, würde ein Tag der Zufriedenheit kommen. Und wir haben auch ein gewisses Bild von uns selbst, wie wir uns verbessern, wachsen, schöner, stärker, spiritueller werden. Immer mehr und mehr. Also ist Zeit dieses Gefühl des Wachstums. Ja selbst auf solch einem Retreat hier, denken wir: „Oh, nach ein paar Tagen werde ich stärker, gesünder, spiritueller und verständnisvoller sein. Während es bei einem Retreat in Wirklichkeit darum geht, weniger von Zeit, Illusionen und Gedanken zu haben. Und weniger von jeglicher Illusion des Fortschritts zu haben.

Wenn wir verstehen, was ein Retreat ist, verstehen wir dessen Bedeutung in dem Sinne, dass wir dazu bestimmt sind, endlich an den Anfang zurückzukehren. Zum Null-Punkt. Den Punkt, vor dem alles begann. Alle Eindrücke, alles Lernen, Wissen, Enttäuschungen, Erinnerungen und Schlussfolgerungen.

Wir uns nirgendwo wirklich hin. Wenn wir einen eindrucksvollen Beweis dafür wollen, dass wir nicht vorankommen mit all dem Fortschritt und der Anhäufung von Wissen, können wir uns des Todes gewahr werden. Dem Ende des gesamten Aufbaus. Und alles scheint fast wie ein Kreis.

Aber dann erfinden wir natürlich das Jenseits und zukünftige Inkarnationen, damit wir das Zeitlose komplett mit dem Gefühl töten, dass wir ewig sind und nichts stirbt. Wir sind in Sicherheit.

Was passiert also, wenn wir mit der Zeit leben?

Mit dem Gefühl, dass wir uns mit dieser Illusion entwickeln und zu einem großen Projekt unserer selbst aufsteigen, bei dessen Erreichen wir einen Gipfel des Selbstverständnisses oder der Selbstverwirklichung erobern werden. Mit der Zeit werden wir dicker. Und ich rede von Fett im Kopf, nicht von Fett im Körper. Fetter, schwerer und langsam auch langweiliger, weil es da nicht mehr viel Platz für das wirkliche Leben gibt. Wir sind so beschäftigt mit diesem Gefühl der Zeit, dass sich schließlich die ganze Lebenserfahrung auf einen einzigen Kanal von dem beschränkt, was wir brauchen und was wir wollen und was wir erwarten, um dieses Endziel zu erreichen. Doch wir wissen nicht einmal genau, was das ist! Es liegt einfach so in der Luft. Dieses Gefühl von: „Du bist noch nicht erfüllt, du bist noch nicht da. Los, los, los, los!!!!!“

Und was schließlich passiert, ist, dass das wirkliche Leben seine Farben verliert. Es ist die Illusion, alles angenehmer, sicherer, glücklicher, kontrollierter und perfekter zu machen. Nichts kann einen mehr überraschen, nichts kann schief gehen und es ist, als würden wir das Leben als Maschine betrachten und nicht als Erfahrung, als ein Ereignis, das jetzt stattfindet. Das ist die Sache mit der Zeit. Sie ist der Feind der Überraschung. Der Feind des Wunders. Der Feind der Farbe. Es gibt ein Zitat, das ich nie müde werde zu benutzen, weil es einfach so weise ist. Es stammt aus einem Fantasy-Buch von Terry Pratchett, genannt Hogfather. Der Tod ist eine der Hauptfiguren und er hat eine Enkelin, weil er einmal eine Affäre mit einem Menschen hatte. Seine Schwäche ist, dass er Menschen wirklich mag, er ist fasziniert von ihnen. Und er versucht, seine Enkelin davon zu überzeugen, wie faszinierend die Menschen sind, indem er ihr sagt: „Wusstest du, dass die Menschen so interessant sind, dass sie es in einer Welt und einem Universum voller Wunder, geschafft haben, Langeweile zu erfinden?“

Das ist eine sehr schöne Betrachtungsweise. Irgendwann kommen wir Menschen zu einem Gefühl, dass wir sehr weit vom Ausgangspunkt entfernt sind. Doch der Tod in dieser Geschichte ist sich immer noch bewusst, dass das Universum voller Wunder ist und auch dass die Menschen derart kreativ sind, dass sie die Langeweile erfinden konnten. Sie erleben kein Wunder und sehen das Universum tatsächlich als offensichtlich an. Sie denken, dass das Leben offensichtlich ist, nicht nur, dass Blumen offensichtlich sind, sondern dass ihre bloße Existenz offensichtlich ist,. Dass die Tatsache, dass wir hier sind – sprechend, bewusst und wir heute Morgen in diesem Körper aufgewacht sind – weniger als ein sehr seltsames Wunder ist und etwas, worüber wir uns auch nicht mehr wundern können. Dass es wirklich einen Tag gibt, an dem man sich daran gewöhnen kann, dass alles offensichtlich ist. Aber was genau daran ist offensichtlich und warum? Kannst du es erklären?

Wenn wir jedoch nicht wissen, was diese Lebenserfahrung ist, dann können wir uns nie daran gewöhnen. Wir sind immer irgendwie am Anfang. Immer. Wir beginnen jeden Morgen mit dem gleichen Wunder. Wie kommt es nun, dass wir in Gedanken so weit gegangen sind, dass das Leben offensichtlich ist und wir anfangen, mehr zu wollen oder neue Überraschungen zu erwarten? Uns wird langweilig. Dieses Leben, das ein Wunder ist, wird grau, schwarz und weiß. Und dann beginnen wir, nach mehr Erfahrungen, mehr Schönheit, mehr Erfüllung zu suchen. Wir nehmen diese ganze physische Welt für selbstverständlich hin. Wir sagen: „Ja, natürlich, das ist offensichtlich.“ und reden dann über Jesus, der auf dem Wasser ging. Warum? Weil das ein Wunder war. Das Wunder war plötzlich, dass man auf dem Wasser laufen konnte. Nicht, dass es Wasser gab und auch nicht, dass man gehen konnte.

Und dann suchen viele Menschen nach Außerirdischen, weil der Planet Erde und alles hier bereits bekannt ist. Aber wenn du Außerirdische finden würdest, würdest du dich nach ein oder zwei Tagen mit Ihnen ihnen langweilen. Es würde einige Aufregung geben, wenn sie landeten und begannen, unter uns zu wandeln. Aber dann würdest du sagen: „Dieser Außerirdische, hmmm, ich mag diesen Kerl nicht“. Und dann suchst du nach den neuen Außerirdischen, den echten Außerirdischen. Aber wir sind alle Außerirdische, verstehst du?

So ist das nunmal mit unserem Denken. Das ist die Illusion. Alle grundlegenden Dinge werden offensichtlich und wir bauen kontinuierlich darauf auf, denn wir müssen mehr bekommen oder auf das Neue umsteigen. Und dann bemerken wir nicht, was wir die kleinen Realitäten nennen, weil wir sie bereits kennen. Wenn wir eine Kuh oder ein Schaf auf einem Feld sehen, bemerken wir sie nicht, aber wenn wir dort plötzlich ein Zebra sehen würden, wären wir fasziniert. Wir würden sagen: „Was macht ein Zebra hier?“ Aber eine Kuh ist offensichtlich, weil wir sie überall sehen.

Unser Verstand markiert all die Dinge, die offensichtlich sind, als uninteressant oder langweilig und sucht nach dem Neuen oder verengt sich einfach auf eine Art Kanal des Fortschritts. Dann wird nur das interessant, was im Inneren passiert. Aber innen ist es nicht wirklich interessant, es ist eigentlich extrem langweilig. Doch das Leben kann nicht langweilig sein, ist es unmöglich. Aber du kannst langweilig sein, du kannst wirklich langweilig sein, und ich kann wirklich langweilig sein. Denn wenn man eine Welt der Zeit erschafft, dann wird man zu diesem alten, vertrauten, sich wiederholenden Ding, das auch seltsamerweise glaubt, dass es sich ständig im Projekt des besseren Menschen verbessert!

Nun, als wir Kinder waren und wir nicht die Zeit hatten, dieses Fett, diesen fettleibigen Geist zu pflegen, war alles das erste Mal, oder? Alles war das erste Mal, weil du es vorher noch nicht kanntest. Du standest vor einem Hund und hast diesen Hund noch nicht mit dem Wort ‚Hund‘ vordefiniert. Es hieß nicht „Oh ja, das ist ein süßer Hund“. Jetzt passiert das so schnell. Wir erfassen alles sofort als Bild, dann teilen wir es und andere reagieren auf das Bild. Aber du standest da vor Erstaunen und sahst dir etwas an, das du nicht kanntest, das du nicht einordnen oder benennen konntest. Es war eine Überraschung. Jeden Tag kam etwas Neues in deinen schockierten, überwältigten Geist. Deshalb schienen die Dinge so geheimnisvoll, so intensiv, reich und bunt, dass alle Farben in dich eindrangen und dein Geist frisch und durstig war.

Aber nach all den Eindrücken, nach fast allen ersten Malen, wenn wir auf einem Feld, in einem Wald oder in einer Stadt spazieren gehen und alles schon so vertraut ist, können nur noch Zebras, Außerirdische oder ein Tsunami uns schockieren oder aus dem Konzept bringen. Doch unter dieser Vertrautheit mit dem Geist und dem Prozess der Alterung der Realität gibt es immer noch einen Teil deines Geistes, der unverändert frisch ist. Es ist tatsächlich so, als ob das ganze Element der Zeit wie eine Blase wäre. Es ist nicht so, dass du sie töten oder mit ihr kämpfen müsstest. Es ist nur so, dass du anfangen musst, die Welt unter diesem ständigen Strom von Zeit und Bewegung zu betrachten. Deshalb haben die Menschen die Wertschätzung erfunden.

Wertschätzung ist eine Praxis, die dazu gedacht ist, unserem müden Geist zu helfen, sich zumindest für das zu bedanken, was er bereits hat. Er ist so erschöpft von seinen eigenen Bedürfnissen und Erwartungen, dass es dann einige Techniken braucht, um zu sagen: „Danke für die Blumen und die Sonne und für das Essen und meinen Mann“ oder dergleichen. Wertschätzung ist jedoch nur eine Methode, die wir erfunden haben, um unseren zeitbesessenen Geist zu kompensieren. Unter alle dem steckt aber einfach ein sehr frischer Teil des Geistes, der auch unsere Augen frisch machen kann. Und dieser Teil erwacht jeden Morgen ohne die schwere Last von tausend Gestern. Doch wir wachen immer mit so viel von uns selbst auf, dass dies dann nur ein weiterer Morgen, eine weitere Schicht, ein weiteres Puzzle-Stück zu dem Projekt ist, das wir ‚unser Selbst’ nennen. Wir wachen manchmal ehrgeizig auf und manchmal ohne den Wunsch, überhaupt aufzustehen. Was auch immer die Stimmung an diesem Tag ist, es gibt das Gefühl einer Alterung, eines Prozesses. Aber das ist nicht real. Wenn man morgens aufwacht, ist der Morgen von Natur aus neu. Der Morgen hat keine Erinnerung. Für heute Morgen ist nie zuvor etwas passiert, und für heute Morgen gibt es auch keinen Zweck. Du denkst vielleicht, dass dies nur für stille Rückzugsorte gilt, aber nicht da draußen in der geschäftigen Welt. Doch denke auch daran, dass das geschäftige Leben nur eine Erfindung ist, es ist nur eine Kiste, in der sich die Menschen gefangen genommen haben. Es ist nur eine Wahl.

Was würde also passieren, wenn du wirklich akzeptieren würdest, dass das Universum keinen Zweck hat. Was bedeutet, dass du keinen Zweck hast. Würdest du dich noch mehr langweilen und gleichgültiger werden? Doch das betrifft nur diesen oberen Teil des Geistes. Diesen Teil, der nur so lange erregt werden kann, wie es ein Ziel gibt. Aber wenn es kein Ziel gibt, können wir vielleicht anfangen, alles, was wir seit so vielen Jahren verpasst haben, wirklich in Augenschein zu nehmen. Das Leben. Dabei wurden ganze Phänomene übersehen. Erinnerst du dich daran? Es ist dieses Ding, das voller Wunder, voller Farbe ist. Es geht um die Erfahrung des ersten Males. Die Erfahrung des ersten Males, die Frische, die Überraschung, das Wunder, die Fähigkeit, sich von der Routine des Geistes zu lösen. Die Fähigkeit, Farbe zu sehen, etwas zu bemerken, das normalerweise einfach übersehen wird, weil wir so beschäftigt sind, und wir so damit vertan sind, alles und jedes gleich einzuordnen und es dadurch zur Gewohnheit und einem Produkt zu degradieren. Und ich sage dir das mit Zuversicht, denn ich kann es mir genauso auch selbst sagen. Du hast immer noch nichts gelernt, du hast immer noch nichts gewusst, du bist nicht einmal ein bisschen weitergekommen, du bist nicht bei Punkt X und morgen wirst du bei Punkt Y sein, wir sind alle am Anfang, wir sind alle erst gestartet, wir sind hier. Wenn du einen ehrlichen Blick in deinen Geist wirfst, würdest du wissen, dass das wahr ist, außer für diese kleine Blase, die diese große Illusion von angesammelter Erfahrung, Wissen und Lernen erzeugt. Alles, was du in dieser Welt hast, sind zwei frische Augen, ein frischer Geist und ein neues Herz. Alles weitere ist nichts als Staub. Und ich sage dir das als jemand, der 23 Bücher geschrieben hat. Die Leute könnten denken: „Oh, wow, dieser Kerl ist wirklich fortschrittlich im Wissen und muss einen raffinierten Verstand haben“. Doch all das hilft mir wirklich nicht weiter. Denn jeden Morgen beginne ich mit einem neuen Universum. Jeder Morgen Bedeutet ein Löschen und Zurücksetzen. Jeden Morgen weiß ich nichts. Und deshalb kann man natürlich auch so viel lernen, weil alles neu ist, kann man sich alles ansehen, aber man kann wird nie müde dabei.

Die neugierigen Augen des Kindes sind nicht weg, sie sind nur verdeckt. Wir sind so auf diesen Teil von uns selbst eingestellt, dass wir alles für selbstverständlich halten, aber warum sagen wir uns nicht heute, mit allem, was wir tun: „Jetzt gehe ich zum ersten Mal oder jetzt schaue ich zum ersten Mal in den Himmel“. Das ist ein guter Anfang. Du kannst immer neu damit anfangen. Manchmal treffe ich Leute, die alte Meditierende sind, und sie sagen mir: „Ja, ich bin schon 20, 30 Jahre in diesem Geschäft“. Und du kannst sehen, dass sie das Gefühl haben, dass sie so viel angesammelt haben, dass sie so viel Erfahrung und Wissen haben und dass sie andere zitieren und über alles Bescheid wissen, was du sagst, noch bevor du überhaupt redest. Sie sagen: „Ich weiß“, bevor du überhaupt den Satz beendest. Doch das ist keine Spiritualität. Das ist ein altern. So einfach ist das. Wenn Spiritualität bedeutet, dass du verlernst, dann hast du weniger Erfahrungen, nicht mehr, du hast weniger Wissen, nicht mehr, und wenn du kein Wissen, keine Erfahrung hast…dann kannst du nie sagen: „Ich bin schon seit 20, 30 Jahren dabei. Ich war dort, ich war in Indien, und ich lernte Buddhismus und Hinduismus…“ Was hast du gelernt? Und dann sagst du ihnen: „Ja, nun, du weißt, dass es darum geht, nichts zu wissen“ und sie sagen: „Ja, ja, ja, ich weiß, ich hatte eine wunderbare Erfahrung, nichts zu wissen“. Wenn alles enthalten ist, ist das die Ironie unseres Denkens. Wir suchen immer nach dem Neuen, aber im Grunde genommen ist unser Geist schon alt. Er kann nicht neu zuhören und überrascht oder wirklich empfänglich sein.

Was würde also passieren, wenn du dieses Gefühl des Fortschritts jetzt beseitigen würdest? Lass deinen Geist anfangen, sich zu dehnen, sich zu lockern, sich einfach in alle Richtungen zu öffnen. Die Zeit bringt uns dazu, uns so zu bewegen, wie wir uns immer bewegen. Deshalb bemerken wir nichts, oder nur sehr wenig, oder nur die Dinge, die gerade nützlich oder relevant sind. Aber es muss nicht so sein. Betrachten wir die Welt um uns herum heute mit neugierigen Augen und erkennen, welche Frische sich uns dann bietet.

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